Corona-Splitter (2)

Erste Schritte

Der Lockdown ist seit heute vorbei, sagen wir besser, etwas vorbei, etwa 20 %, was jeder anders sieht. Die fehlenden 80% sind bei mir Kino, Theater, Konzert und Gruppentreffen.
Mich lockte heute der Zahnarzt nach Rostock, der an meinem Gebiss eine größere Reparatur durchführen will. Natürlich habe ich wieder Schiss!
Die ist S-Bahn voller als sonst. In der Straßenbahn ist jeder zweite Platz besetzt, im Gang dazwischen hat hat man fast Hautkontakt. Die Breite Straße und Kröpeliner Strasse sind nicht stark frequentiert. Schlangen sind nur vor dem Kaufhof, H&M und C&A, alles übersichtlich.

Völlig verkrampft sitze ich dann auf dem Stuhl, scherze mit dem Zahnarzt. Noch wird gelacht. Dann erzählt er, dass ein Verwandter von ihm früher bei CLOSED (Konfektionsfirma) gearbeitet, dabei viel zu sagen hatte und er immer Jeans aus dem Westen bekam. Die natürlich nie passten, vor allem hinten nicht.
Er hatte keinen richtigen, optisch gut sichtbaren Po in der Hose!
Nun, antwortete ich aus der schlechten Position heraus, wo nichts ist, kann auch die Hose nichts machen!
Kurzes Schweigen und dann Gelächter.
„Gerade wollte ich die Spritze aufziehen, aber das lass ich nun“, meinte er verschmitzt. Darauf konnte ich nicht antworten, denn der Mund stand wieder offen.


Nach dem Zahnarztbesuch eine Shoppingtour durch Rostock. Sehr kurze Tour! Am Eingang muss ein Vordruck mit Adresse ausgefüllt werden. Noch nichts mit LUCA-App! War es nur ein Schwatzen des Herrn Madsen?
Unabhängig davon, ich kaufe erst wieder ein, wenn die Spiegel in den Umkleidekabinen ausgetauscht sind. Ich habe mich irgendwie ganz anders in Erinnerung

Ein Kommentar zu „Corona-Splitter (2)

  1. Hi Jutta,
    tja, was soll man dazu sagen – es geht den Menschen , wie den Leuten . Jammern hilft vielleicht – jeder ist anders – andererseits halte ich mir stets vor Augen, daß die Rente pünktlich kommt, die Versorgung (u.a. auch mit Klopapier) bisher nicht zusammengebrochen ist und die Familienmitglieder (Sohn , Tochter , Enkelkinder und Mutter) alle gesund geblieben sind und auch der Arbeitsplatz, so weit vorhanden, bisher nicht in Gefahr geriet.Das wäre dann die positive Sicht der Dinge – andererseits fehlen natürlich auch mir das Schwimmbad, das Kino , die Konzerthalle, die Möglichkeiten zum Reisen und das Treffen von Freunden – alles Dinge , die sicher auch 100ern anderen fehlen. Es gibt aber Dinge , die mir noch mehr Gedanken verursachen – wie kommen , die Menschen mal irgendwann wieder auf die Füße, die ihren Arbeitsplatz verloren haben? Es soll 44% der Deutschen geben , die dauerhaft armutsgefährdet sind – wie lange dauert es noch , bis wir die Gelbwesten o.ä. Bewegungen auch in unserer Nachbarschaft erleben? Wie sieht wohl die Welt aus , die wir unseren Enkelkindern hinterlassen ? Alles große Fragen , auf die es sicher keine einfachen Antworten und Lösungen gibt. In diesem Jahr können wir uns wieder in Sachen Demokratie üben – das Wahljahr ruft uns zu den Urnen – wen sollte man wählen ? Man hat zwar die Möglichkeiten , sich zu informieren, aber das macht Mühe und ändert man wirklich was , wenn man den Proporz versucht zu verändern?
    Nur ein paar Gedanken zu Deinen Versuchen , wieder am „normalen“ Leben teilzunehmen. Bleib gesund und schick weiter solche Berichte, Eindrücke, Ansichten – zumindest das bleibt uns im digitalen Zeitalter.

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