Corona-Splitter (11)

Wahr oder nicht wahr?

Demnächst besucht mich meine Enkelin und wir spielen dann das Spiel: Wahr oder nicht wahr? Einer erzählt eine Situation und fragt, ob das wahr ist oder nicht. Das funktioniert auch am Telefon oder beim Skypen. Einmal erzählte sie, dass morgens ein Spatz auf ihrem Fensterbrett saß und mit ihr gesprochen habe. Was man halt so mit 6 Jahren und einem Vogel spricht.
„Wahr oder nicht wahr, Omi?“, fragte sie später, als wir telefonierten. Ich überlegte lange, ein Ritual, das zum Spiel gehört und sagte dann, dass es wahr ist.
„Nein!“, quietschte sie vergnügt „ … nicht wahr, es war eine Amsel!“, und lachte laut los.
Eigenartigerweise musste ich daran denken, als ich neulich im Kino im Film DER RAUSCH war, der nun endlich auch in Rostock im Programmkino lief. Es gab nur noch Plätze in der ersten Reihe und auch deshalb war es ein besonderes Kino-Seh-Erlebnis.
Die Premiere des Filmes war schon 2020 und der Film wurde bei der Oscarverleihung als bester nicht-englischsprachiger Film ausgezeichnet. Ich gestehe, dass ich auch wegen Mads Mikkelsen in der Rolle des Martin auf den Film gewartet habe.

Was ist der Film eigentlich? Eine Trinkerkomödie, Tragikomödie, Midlife-Crisis-Film? Ich denke, von allem etwas.
Der Film erzählt die Geschichte von vier Lehrern in mittleren Jahren, die das Gefühl haben, zu wenig erreicht zu haben in ihrem Leben und sich deshalb zu einem Alkohol-Experiment verabreden. Sie wollen eine Theorie auf die Probe stellen, die besagt, dass der Mensch immer einen Alkoholpegel von 0,5 Promille haben muss um optimal zu funktionieren.
Zu Anfang gibt es auf allen Ebenen Erfolgserlebnisse, im Beruf und im privaten Bereich. Mit steigendem Alkoholpegel verändert sich das zum Schlimmen hin. Werden sie alle abhängig? Das wäre die Stelle, wo stehen könnte: Akonol macht IMMER abhängig!
Wahr oder nicht wahr?
Ein hochinteressanter Film, der auch den eigenen Alkoholkonsum hinterfragen lässt.
Ich weiß es aus eigener Erfahrung und von Freunden, dass ein Glas Glas Wein oder Sekt lockerer im Umgang mit Fremden oder in einer ungewohnten Situation macht. Natürlich ist das eine Gratwanderung, auch das weiß ich.
Ich habe festgestellt, dass bei der Angabe des Alkoholkonsums oftmals nicht die Wahrheit gesagt wird. Warum eigentlich nicht? Liegt es daran, dass man relativ schnell in die Ecke der Alkoholiker gestellt wird? Aber- gehört es inzwischen nicht zum guten Ton, zum Essen oder einem Treffen mit Freunden einen edlen Wein anzubieten? Ich genieße das und auch meine Gäste genießen es.
Neulich las ich einen Artikel, dass es zu deutlichen Veränderungen im Alkoholkonsum während des Lockdowns gekommen ist. Tranken wir wegen Corona mehr oder sogar weniger?
Auf jeden Fall hat die Pandemie das Alkoholkonsum-Verhalten der Menschen
verändert. Einige trinken deutlich mehr, einige trinken deutlich weniger als vorher.
In einer Studie des Autors Prof. Dr. Hillemacher mit dem Titel „Hat die Bevölkerung in Deutschland während des Lockdowns mehr Alkohol getrunken?“ kam heraus, dass knapp 35 Prozent der Deutschen mehr oder viel mehr Alkohol trinken als zu Beginn des Lockdowns. Rund 20 Prozent trinken weniger. Die Gesamteinnahmen nahmen bei alkoholischen Getränken 2020 um 6,1 Prozent im Vergleich zum Mittelwert der entsprechenden Wochen im Vorjahr zu.
Es blieb jedoch unklar, ob dies auf die Bevorratung zurückzuführen war oder eine reale Veränderung im Konsumverhalten der Bevölkerung abbildet.
Der Bierkonsum ist gesunken, was auf geschlossene Bars und Restaurants zurückzuführen ist.

Eine interessante Studie, deren Ergebnis ich auf meinen Alkohol-Konsum übertragen kann. Ja, in Zeiten des Lockdowns habe ich tatsächlich ein Glas Wein mehr getrunken.

Inzwischen bin ich wieder viel unterwegs, treibe aktiv Sport und treffe Freunde.

Apropos Freundinnen! Demnächst unternehmen wir einen gemeinsamen Ausflug aufs Land und werden auch gemeinsam essen und trinken. Dabei wird natürlich weniger Wein getrunken!
Wahr oder nicht wahr?

6 Kommentare zu „Corona-Splitter (11)

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